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- 27. Januar 2026 – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Nie wieder ist jetzt!
Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus in der Region zeigen, wie schnell der Faschismus vor Ort Realität wurde Im Zusammenhang mit dem Vorgehen der amerikanischen Polizei- und Zollbehörde ICE bemühen viele Kritiker den Vergleich mit der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch wenn dieser Vergleich übertrieben sein mag, so wird aktuell doch deutlich, dass selbst in scheinbar stabilen Demokratien rechtstaatliche Prinzipien schnell außer Kraft gesetzt werden können. Die Deutschen sollten das aus historischer Erfahrung wissen, doch die Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus bleibt oft reflexhaft und abstrakt. Erhellender und emotional greifbarer ist eher der Blick auf das historische Geschehen vor Ort: Regionalforscher wie Bernhard Gelderblom, Klaus Kieckbusch oder Ernst Würzburger haben durch die intensive Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Region des Weserberglandes beispielhafte Bücher vorgelegt, die die Schicksale zahlreicher Menschen aus den Dörfern und Städten des Weserberglandes ganz konkret dokumentieren. Im Vordergrund stehen Menschen jüdischer Herkunft, die von den Nazis misshandelt und getötet wurden, es werden aber auch die nicht weniger schrecklichen Schicksale anderer Randgruppen, wie Sinti und Roma, oder von politischen Gegnern dokumentiert. Nicht zuletzt haben die Nationalsozialisten zehntausende von Zwangsarbeitern in das Weserbergland verschleppt, um ihre Arbeitskraft in der Landwirtschaft und in Industriebetrieben zur Aufrechterhaltung der Kriegswirtschaft auszubeuten. Die Publikationshistorie des Verlags Jörg Mitzkat ist eng verbunden mit der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus im Weserbergland. Schon 1996 erschien das Buch „Zwangsarbeit im Oberwesergebiet Band 3“. Verleger Jörg Mitzkat hatte bei den Vorgängerpublikationen bei Recherche und Fotografie bereits ehrenamtlich mitgewirkt. Ein weiteres großes Publikationsprojekt war die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in der Region. In Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden entstanden so verschiedene Publikationen, die die Geschichte der Juden in dem eng begrenzten Raum des Landkreises Holzminden fast lückenlos abbilden. Weitere Publikationen zum gleichen Thema folgten für angrenzende Gebiete in den Landkreisen Hameln, Northeim und Höxter. Eine wichtige Lücke in der Geschichtsschreibung hat Klaus Kieckbusch mit seinem Buch „Außerhalb der Volksgemeinschaft“ geschlossen. Die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma sowie anderen Bevölkerungsgruppen ist – im Gegensatz zur Erforschung der jüdischen Geschichte – auf regionaler Ebene bisher kaum dokumentiert worden. Die Forschungsergebnisse von Klaus Kieckbusch sind erschreckend und lassen Kontinuitäten der Ausgrenzung über das Kriegsende hinaus erkennen. Mit dem Buch „Nationalsozialismus im Weserbergland“ haben die Autoren Christoph Reichardt und Wolfgang Schäfer ein Buch vorgelegt, das sich mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten und ihrem geschickten Vorgehen beim Ausbau und der Sicherung ihrer Herrschaft beschäftigt. In ihrer aktuellen Publikation „Lebenswege unterm Hakenkreuz“ beleuchten die beiden Autoren die Schicksale von unterschiedlichen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus – es werden die Karrieren von Naziführern geschildert, die aber auch mit einem tiefen Fall enden konnten, parallel werden Oppositionelle vorgestellt, die immer wieder drangsaliert wurden, oder Mitläufer, die erst spät erkannten, welche Verbrechen sie zwischen 1933 und 1945 unterstützt hatten. Neben diesen gründlich recherchierten Geschichtsbüchern hat der Verlag auch eine Reihe von Büchern mit authentischen Zeugnissen von Opfern des nationalsozialistischen Machtapparates publiziert. In den Erinnerungen von Olga Barbesolle „Les Sans-Amour“, den Tagebuchaufzeichnungen von Vladimir Varinsky und den Aufzeichnungen von Dr. Amand Roux „Im Zeichen des Zebras“ aus dem Zwangsarbeiterlager bei Holzen im Hils kommen die Opfer von Krieg und Verschleppung selbst zu Wort. Ein weiteres bemerkenswertes Dokument ist das Buch „Am schlimmsten waren das Heimweh und der Hunger“, mit dem der Hamelner Autor Bernhard Gelderblom seinen Briefverkehr mit ehemaligen Zwangsarbeitern aus Hameln dokumentiert – neben der reinen Dokumentation der nationalsozialistischen Verbrechen ist es besonders wichtig, dieses Geschehen aus Sicht der Opfer darzustellen. Die Schilderungen der seinerzeit sehr jungen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sind auch für die Vermittlung des regionalen Geschehens zwischen 1933 und 1945 in den Schulen vor Ort ausgesprochen wichtig. Zu diesem Thema ist aktuell die vom Verlag Jörg Mitzkat aufwändig gestaltete Ausstellung „NS-Zwangsarbeit in Hameln-Pyrmont“ in der Aerzener Domänenburg zu sehen (bis 8. Februar 2026). Dem Verlag ist es wichtig, alle Bücher zu diesem wichtigen Thema langfristig lieferbar zu halten, deshalb werden auch einst vergriffene Publikationen durch den Nachdruck mit moderner Digitaltechnik lieferbar gehalten. Denn diese Bücher sind doch die einzigen öffentlich zugänglichen Zeugnissen des historischen Geschehens in dieser Region. Aufgrund der absoluten Unberechenbarkeit und der urheberrechtlichen Ignoranz der bekannten KI-Systeme verzichtet der Verlag auf rein digitale Veröffentlichungen. Wer wissen möchte, was zwischen 1933 und 1945 im Weserbergland geschah, muss schon Bücher lesen. Eine Auswahl der im Verlag Jörg Mitzkat erschienenen Bücher zum Thema Nationalsozialismus im Weserbergland
- Die Arbeit nahm kein Ende – Frauenleben im Solling
Landfrauen im Fokus: Unbezahlte Care-Arbeit ist in den vergangenen Jahren stärker in Fokus geraten. Vor allem Frauen leisten diese Arbeit und die gesellschaftliche Anerkennung dieser Leistungen ist längst noch nicht erfolgt. Was Frauen in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges und in den ersten Nachkriegsjahrzehnten an weitgehend unbezahlter Arbeit leisteten, erreichte allerdings eine ganz andere Dimension, die beim historischen Blick auf diese Zeit auch heute noch kaum beachtet wird. Das Buch „Die Arbeit nahm kein Ende“ behandelt die Lebenserfahrungen von drei Frauengenerationen im 20. Jahrhundert. Es basiert auf Interviews und Expertengesprächen, die Friederike Kaiser in Uslar und den umgebenden Dörfern durchgeführt hat. Das Buch erschien vor 15 Jahren zu einer Ausstellung im Museum Uslar in einer kleinen und schnell vergriffenen Auflage. Da die Arbeit und das Leben von Landfrauen in der Forschung kaum beachtet wurde, stellt dieses Buch ein einzigartiges Zeugnis dar, dessen Wiederveröffentlichung überfällig war. Der Verlag Jörg Mitzkat hat das Werk in einem lesefreundlichen Format mit zahlreichen historischen Bildern nun neu veröffentlicht. Dr. Friederike Kaiser schreibt in ihrem aktualisierten Vorwort: „Was die befragten Frauen über die Lebensumstände in der Zeit unserer Mütter, Großmütter und Urgroßmütter berichtet haben, ist in seiner Härte und Ungerechtigkeit weit entfernt von jeder Romantisierung des Landlebens. Es nötigt uns aber Respekt und auch Bewunderung ab für ihre Kraft, ihr Durchhaltevermögen und die Gabe, aus allem das Beste zu machen und sich an kleinen Dingen zu erfreuen. In unserer modernen Zeit geht uns das oft ab und wir fühlen uns unzufrieden trotz der Fülle, die uns umgibt. Eine Rückbesinnung auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen, auf das, was wirklich zählt jenseits von ausuferndem Konsum, ist vielleicht etwas, das wir von den alten Landfrauen mitnehmen können.“ In diesem reich bebilderten Lesebuch kommen Frauen unterschiedlicher Lebensalter und Milieus zu Wort und erzählen von Kinderspiel und Kinderarbeit, von langen Arbeitstagen als Dienstmädchen und Kleinbäuerin, vom Heu wenden, Kartoffelroden und Wäsche waschen, vom Schlachten und Einkochen, dem Zuverdienst in der Fabrik ebenso wie vom Vergnügen beim Kirmestanz. Die Frauen berichten von großen Umwälzungen im Dorfleben und Auseinandersetzungen um ein selbstbestimmtes Leben. Das Buch umfasst 204 Seiten und ist zum Preis von 24,80 € hier im Shop erhältlich. Steineleserinnen auf einem Feld bei Kammerborn im Solling, 1940er Jahre
- Neues Buch ist auch Werbung für die Demokratie
Das Buch „So lebten sie alle Tage – Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland“ enthält, so Uslars Bürgermeister Torsten Bauer in seiner Einführung zur offiziellen Buchvorstellung im Museum Uslar, "in gewisser Weise die Zusammenfassung der Themen und Forschungen, die Herr Dr. Schäfer während seines Berufslebens als Museumsleiter und Stadtarchivar bei uns in Uslar zusammengetragen hat. Seit 1994 füllte er diese beiden Funktionen aus und hat in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Eintritt in das Rentenalter insbesondere das Museum zu einem Zentrum der Regionalforschung entwickelt." Weiter sagte Bauer: "Das vorliegende Buch erzählt Geschichten aus der Geschichte unserer Region und spannt dabei immer wieder den Bogen von den Vorgängen im Kleinen zur großen Politik. In der Schule lernen wir die großen Entwicklungen der Geschichte kennen und hier sehen wir, wie sie sich ganz konkret im Leben der Zeitgenossen vor Ort auswirkten. Dabei spielt auch das Verhältnis von Stadt und Land immer wieder eine Rolle und ich erkenne in diesem Buch nicht zuletzt eine Werbung für die Demokratie." Der aktuelle Museumsleiter Dr. Daniel Althaus stellte das Werk seines Vorgängers sehr ausführlich vor und gab einen Überblick über die unterschiedlichen undfacettenreichen Kapitel. Zunächst aber stellte er fest, was ihm beim ersten Durchblättern des Buches aufgefallen ist: "Die vielen historischen Bilder. Sie zeigen unsere Region wie sie einmal war und geben den Menschen von einst ein Gesicht. Allein schon wegen dieser Sammlung von historischen Aufnahmen ist dieses Buch wertvoll. Es konserviert das Abbild vergangener Zeiten, das meines Erachtens heute immer mehr in Gefahr gerät. Die technischen Möglichkeiten, mit denen wir heute auch in historische Fotografien eingreifen können, schreiten immer weiter voran, sind aber auch kritisch zu hinterfragen. Sicher ist es faszinierend, wenn man den Urgroßvater plötzlich in Farbe und in Bewegung sehen kann, man verfälscht damit aber auch immer eine historische Quelle. Deshalb bin ich mit Herrn Bauer einer Meinung, dass Bücher zur Heimatgeschichte immer noch ein ganz wichtiger Baustein bei der Entwicklung einer regionalen Identität sind." Bevor Dr. Wolfgang Schäfer einige kurze Kapitel des Buches vortrug, stelle Althaus zusammenfassend fest: "Ich denke, dass mit dem vorliegenden Buch ein gut zu lesendes und auch durchaus unterhaltsames Werk entstanden ist, in dem man gern selbst schmökert oder es an andere verschenkt. Es ist aber auch ein Dokument der Zeitgeschichte, das einen wissenschaftlichen Wert besitzt und Wissen für die Zukunft konserviert. Ich hoffe zudem, dass dieses Buch auch außerhalb des Sollings und des Weserberglands gelesen wird und damit unsere Heimat bekannter macht. Wir merken im Museum immer wieder, dass unsere Geschichte nicht nur die Einheimischen interessiert, sondern auch bei Gästen aus anderen Gegenden auf Interesse stößt. Nicht zuletzt haben unsere Publikationen in den letzten Jahren weitere Forschungsprojekte von Hobbyhistorikern und Studenten angestoßen, die ebenfalls zur Verbreiterung und Vertiefung unseres Wissens über die Regionalgeschichte beigetragen haben. Das Buch will Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland erzählen und berührt viele Aspekte des Alltagslebens vergangener Zeiten. Von den Grundbedürfnissen der Menschen, wie Essen und Wohnen bis zu den verschlungenen Pfaden der Politik, wird das Leben unserer Vorfahren zu verschiedenen Epochen greifbar und mit etwas Phantasie auch vorstellbar."
- Pflichtlektüre Niedersachsen
Mit "Pflichtlektüre Niedersachsen" wurde ein neuer niedersächsischer Buchpreis ins Leben gerufen, dessen Fokus auf der regionalen Verortung in Niedersachsen liegt. Das freut einen Verlag im niedersächsischen Holzminden ganz besonders, auch wenn dessen Titel in diesem Jahr nicht auf die Short- oder Longlist kamen. Regionale Bücher führen in den Medien und im Buchhandel oft ein Schattendasein. Die Preisverleihung in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover machte nun aber deutlich, dass es sehr anspruchsvolle und vielschichtige regionale Bücher gibt, die oftmals beispielhaft für historische, soziale und politische Entwicklungen stehen und somit auch eine überregionale Aufmerksamkeit verdienen. Ganz besonders erfreulich ist die Tatsache, dass das Gewinner-Buch von "Pflichtlektüre Niedersachsen" aus einem kleinen unabhängigen Verlag stammt: Silberquelle, Party im Pavillon seit 1949 von Claudia Gorille wurde im Andreas Reiffer Verlag Braunschweig veröffentlicht. Das schön gestaltete Buch mit zahlreichen historischen Fotos dokumentiert die Entwicklung des 1949 gegründeten Kiosks Silberquelle zu einem der bekanntesten Clubs in Braunschweig. Der Autorin gelingt es, Familien-, Orts- und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen. Gerade durch die Konzentration auf einen regionalen Ort ist dies besonders anschaulich möglich. Auch die anderen Titel der Shortlist sind Werbung für regionale Literatur, mehr Infos dazu gibt es auf der Website der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek: https://www.gwlb.de/buchpreis/2025
- Märchen und Sagen weiterschreiben?
Der NDR hat die Veröffentlichung unseres neuen Rattenfänger-Buches zum Anlass genommen, um über die Veränderung von literarischen Stoffen, speziell Märchen und Sagen – zu diskutieren. Während NDR 1 bereits am 25.11. das Thema im Radion behandelt hat, läuft der Fernsehbericht in "Hallo Niedersachsen" am Mittwoch, 26. November. Die Dreharbeiten fanden in der Hamelner Buchhandlung von Blum statt. Denn Buchhändlerin Michaela Jeretzky hatte den Wunsch an den Verlag herangetragen, ein neues modernes Kinderbuch zum Thema Rattenfänger auf den Markt zu bringen. Unser Autor Gerd Wolf aus Göttingen und die italienische Illustratorin Marta Torretta erzählen in dem Buch "Flautino. Die Flöte des Rattenfängers von Hameln" die Rattenfänger Sage in Bild und Text nach. Allerdings wird die Geschichte nun aus der Perspektive der Flöte geschildert und die Erzählung erfährt eine überraschende Wende, indem Hamelns Kinder ihre Entführung inszenieren, um die gerechte Entlohnung des Rattenfängers zu erwirken. Ein schöner Kniff, der eine positive Lösung der Überlieferung bietet. Verleger Jörg Mitzkat und Autor Gerd Wolf äußerten einhellig die Meinung, dass gerade diese mündlich überlieferten Stoffe weitererzählt, ausgeschmückt und verändert werden dürfen und vielleicht auch sollten. Denn der Zeitgeist fließe immer in die Vermittlung ein. Viele der bekannten Märchen und Sagen würden auf dem erzieherischen Mittel des Angsteinflößens beruhen. Mit unserem Buch „Unglaubliches aus dem Weserbergland“ haben wir bereits einen Titel im Programm, der veränderte Märchen und Sagen aus dem Weserbergland enthält – der Autor Florian Körber hat überlieferte Märchen und Sagen zusammengefasst und neu für Kinder erzählt – unserer Meinung nach entspricht die Neuerzählung eigentlich dem Wesen von Märchen und Sagen, denn diese Stoffe sind jahrhundertelang mündlich überliefert worden und haben sich von Nacherzählung zu Nacherzählung im Sinne der jeweiligen Zeit verändert.
- Was wichtig ist im Leben
Wolfgang Bellmer konnte das Publikum bei seiner Lesung in der Holzmindener „Drehscheibe“ fesseln: Wohl selten hat der ehemalige Klassenraum der Schule an der Sollingstraße eine so gespannte und lang andauernde Aufmerksamkeit erlebt: Bei der Lesung aus seinem biografischen Roman „Elises Sohn“ gelang es Wolfgang Bellmer, sein Publikum, eineinhalb Stunden lang zu fesseln. Der 85-jährige hat etwas zu erzählen. Besonders beeindruckend waren am Ende weniger die spektakulären Ereignisse aus seinem äußerst bewegten und bunten Leben, sondern die kleinen Momente, die sich erst im Rückblick als bedeutungsvoll erwiesen haben. Doch zunächst mussten die Veranstalter in der Drehscheibe noch etliche Stühle in den Musikraum des Familien- und Kulturzentrums Drehscheibe tragen, um allen Zuhörerinnen und Zuhörern einen Platz zu bieten. Mittendrin war auch ein Kameramann vom RBB, der Filmaufnahmen für eine ausführliche Langzeitdokumentation über Wolfgang Bellmer anfertigt hat. Für Wolfgang Bellmer war es eine Heimkehr, denn genau in diesem Raum wurde er vor mehr als 75 Jahren eingeschult – und auch mit Ergül Winnefeld, Koordinatorin der „Drehscheibe“, ist Bellmer lange Jahre verbunden, denn Ergül hatte in Bellmers Kanzlei, die zunächst in der Sollingstraße angesiedelt war, als kleines Mädchen aus der Nachbarschaft Bonbons „abgestaubt“. Auf der Bühne war Wolfgang Bellmer eingerahmt von einigen seiner großformatigen Gemälde – sie zeugen von dem unbändigen Schaffensdrang des ehemaligen Rechtsanwalts und Notars, Bürgermeisters und Golfclubgründers sowie Autors von inzwischen zwölf Romanen, von denen sieben im Holzmindener Verlag Jörg Mitzkat erschienen sind. Aus seinem prallvollen biografischen Roman „Elises Sohn“ hat sich Wolfgang Bellmer ein paar spektakuläre Momente herausgepickt: Die Wette mit Udo Jürgens, aus der heraus Bellmers erster Roman „Die durstige Insel“ entstanden ist, eine tragische Rallyefahrt durch Südosteuropa sowie die zufällige bedeutungsvolle Begegnung mit einer ehemaligen Holzmindenerin in Südfrankreich. Berührend waren dann die von Schuldgefühlen geprägten Schilderungen Bellmers vom Totenbett seines Vaters, die Eingeständnisse von Fehlentscheidungen, die ihn unter anderem zu einer missglückten erneuten Bürgermeisterkandidatur in Holzminden führten, aber auch die Worte, die das pure Glück vermittelten, die ein Vater beim Herumtoben mit seinen beiden Kleinkindern empfindet. Persönliche Erlebnisse so darzustellen, dass Sie eine gewisse Allgemeingültigkeit bekommen und Leserinnen und Leser emotional berühren, im Innersten etwas wecken, das sie selbst erlebt und empfunden haben – das ist Literatur und unterscheidet einen biografischen Roman von Lebenserinnerungen. So war die Lesung von Wolfgang Bellmer ein Heimspiel im besten Sinne, denn es ging nicht um das Wecken sentimentaler Gefühle, kein „weißt Du noch …?“, eher ein „Ja, solche Fehler habe ich auch gemacht,“ oder „Ja, so habe ich damals auch empfunden.“
- Wolfgang Bellmer liest aus "Elises Sohn" – 14.11.2025
Jetzt ist es endlich soweit: Wolfgang Bellmers lang angekündigte Lesung im Familien- und Kulturzentrum Drehscheibe wir am Freitag, 14. November, um 17 Uhr stattfinden. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung öffentlich. Zur besseren Planung wird um Anmeldung gebeten: 05531-8138680 oder per Mail: familienzentrum@holzminden.de Mit seiner Elise-Trilogie hat Wolfgang Bellmer seiner Heimatstadt Holzminden ein literarisches Denkmal gesetzt – die drei Romane über das Leben seiner Mutter beleuchten verschiedene Kapitel der Holzmindener Vor- und Nachkriegsgeschichte. Nach drei weiteren Romanen, die ebenfalls teilweise in der Weserstadt spielen, legt der inzwischen in Berlin lebende Schriftsteller mit „Elises Sohn – und verdächtig viele Zufälle“ nun einen biografischen Roman über sein eigenes Leben vor – als ehemaliger Notar, Hauptmann der Sappeure, Bürgermeister und Golfclub-Gründer hat er auch aus seiner Holzmindener Zeit eine Menge interessanter Geschichten zu erzählen. Zu der Lesung laden das Familienzentrum und der Verlag Jörg Mitzkat herzlich ein. Der Eintritt ist frei.
- In die Welt hinaus – mit unseren mehrsprachigen Bildbänden
Mit unseren neuen zweisprachigen Bildbänden tragen wir dazu bei, die Region des Weserberglandes auch überregional bekannter zu machen. Die kompakten Bücher über das Weserbergland, Höxter und Corvey sowie über das Schaumburger Land waren längere Zeit vergriffen. Diese Bücher sind nicht nur ein beliebtes Souvenir, sie werden bei Besuchen im Ausland oder zu anderen Gelegenheiten auch gerne verschenkt. Wir haben die Bücher nicht einfach nur neu aufgelegt, sondern komplett neu gestaltet und fotografiert sowie die Texte aktualisiert. Alle inhaltlich Beteiligten leben in der Region des Weserberglandes und auch der Druck erfolgte bei einer regionalen Druckerei. Die drei neuen Bildbände ergänzen das Verlagsprogramm um die beiden ebenfalls zweisprachigen Bücher über Lippe sowie Holzminden und Umgebung.
- Kalender 2026
Unsere beliebten Bild-Kalender im DIN A3-Querformat für 2026 sind nun erhältlich: Der Weserbergland-Kalender zeigt wie in den Vorjahren Fotos von Landschaften, historischen Bauwerken und Altstadtszenen aus dem Weserbergland im Jahreslauf. Der Alt-Holzminden Kalender 2026 präsentiert eine Auswahl historischer Fotografien aus der Vorkriegszeit bis zu den 1970er Jahren. Die Kalender sind direkt beim Verlag oder im Buchhandel der Region erhältlich. Weserbergland-Kalender 2026
- Luchse im Harz
Zum 25. Jubiläum des Luchsprojektes im Harz berichtete die Hannoversche Allgemeine Zeitung in ihrer Niedersachsen-Ausgabe auf einer ganzen Seite über dieses ambitionierte Naturschutz-Projekt des Nationalparks Harz und dessen Leiter Ole Anders. Wer noch mehr über das Projekt erfahren und vor allem die einzigartigen Fotografien wildlebender Luchse von Ole Anders in bester Qualität betrachten möchte, dem sei unser Bildband "Harz-Luchse – Die Rückkehr der Raubkatzen" empfohlen. Darin berichtet Ole Anders von der Entwicklung des Projektes, stellt beispielhaft die Schicksale einzelner Luchse vor und zeigt faszinierende Fotos dieser Raubkatzen und ihres Lebensraumes im Harz.
- Ein Einbecker in Berlin – Wilhelm Bendow
Im Jahre 1906 begann der 1884 in Einbeck geborene Schauspieler und Komiker Wilhelm Bendow in Berlin eine einzigartige Karriere. Seine Auftritte auf Kabarett- und Theaterbühnen bescherten ihm einen großen Bekanntheitsgrad. Mit den neuen Medien Radio und Film gelang ihm in den 1920er und 1930er Jahren der überregionale Durchbruch. Sein Rennbahn-Sketch und seine Rolle im Münchhausen-Film neben Hans Albers sind noch heute Legende. Delia Ehrenheim-Schmidt hat sich intensiv mit dem Leben Bendows beschäftigt – ihr Buch "Herr Bendow wirkt abendfüllend mit" bietet nicht nur viele neue biografische Details und Informationen zu seinem schier unerschöpflichen Bühnenleben, das Werk gibt auch einen aufschlussreichen Einblick in das pulsierende Bühnen- und Künstlerleben im Berlin der Weimarer Republik und den 1930er Jahren. Als Emil Boden wurde Bendow am 29. September 1884 in Einbeck geboren, er war der fünfte Sohn des Kaufmanns Friedrich Boden. Nachdem Emil Anfang des 20. Jahrhunderts in der Schule gescheitert war, soll sein Vater gesagt haben: »Aus all meinen Kindern ist etwas geworden, nur Emil nicht. Der wurde Kulissenschieber«. Emil Boden nahm den Künstlernamen Wilhelm Bendow an und gewann unter diesem Namen eine deutschlandweite Popularität und Anerkennung als Komiker und Schauspieler. Bendow war vielseitig talentiert: Er wirkte als Conférencier – auch in den eigenen Theatern »Tü-Tü« und »Bendows Bunte Bühne« – in Charell-Revuen, überzeugte durch umständliche Komik auf Kabarettbühnen sowie pointierte Filmrollen und Humoristisches im Radio und auf Schallplatten. Mehr als 25 Jahre befasste sich die Einbecker Journalistin Delia Ehrenheim-Schmidt mit dem Mann hinter der Stimme von »Ach, wo laufen sie denn«, befragte noch Zeitzeugen und recherchierte eine Fülle unbekannten Materials, das erstmals in diesem Buch veröffentlicht wird. In diesem Zusammenhang konnte sie auch zu Bendows wichtigsten Kollegen Paul Morgan, Max Ehrlich und Marcellus Schiffer viel neues und interessantes Material zusammentragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Bendow nach Einbeck zurück und stirbt dort im Kreise der Familie seines Neffen am 29. Mai 1950. Er wurde auf dem Neustädter Friedhof in Einbeck beigesetzt.
- Pyrmonter Wendepunkte
Erstmals seit 15 Jahren gibt es wieder ein Buch zur Geschichte Bad Pyrmonts: Im historischen Tischbeinsaal des Museums im Schloss Bad Pyrmont wurde das Buch „Pyrmonter Wendepunkte“ vorgestellt. Autor Dr. Dieter Alfter hat sich bei der Darstellung der Geschichte dieses europaweit bedeutenden Kurortes auf die entscheidenden Phasen konzentriert, in denen die Entwicklung des Kurortes eine erfolgreiche Wendung erfahren hat. Alfter sagte, er habe das Buch aus Liebe für diesen einzigartigen Kurort geschrieben. Das handliche und 152 Seiten umfassende Buch erzählt die Geschichte Pyrmonts seit 1184 in zehn Kapiteln bis in die Jetztzeit. Zur Buchvorstellung griffen Bürgermeister Klaus Blome und Kurdirektor Dr. Maik Fischer den Faden auf und erläuterten, dass sie sich bewusst seien, dass Pyrmont durch die aktuellen Krisen an einem erneuten Wendepunkt stehen würde. Beide zeigten sich zuversichtlich, dass dies erfolgreich möglich sei. Der Blick auf die Geschichte bietet diesbezüglich jedenfalls genug positive Beispiele. Stellten das neue Pyrmont-Buch vor (von rechts): Kurdirektor Dr. Maik Fischer, Björn Daugs von der Bad Pyrmont Tourismus GmbH, Museumsleiterin Melanie Mehring, Bürgermeister Klaus Blome, Dr. Dieter Alfter und Verleger Jörg Mitzkat.












