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- Entziffern, Lesen, Verstehen – alles nicht mehr selbstverständlich
Heute wurden die aktuellen Zahlen zum Buchmarkt in Deutschland vorgestellt. Bisher konnte der Verkaufsrückgang durch höhere Preise ausgeglichen werden, 2025 ist nun auch der Gesamtumsatz zurückgegangen. Im Bereich der Buchkäufer-/LeserInnen zwischen 10 und 15 Jahren ist der Rückgang mit 30% besonders hoch. Als eine der wichtigsten Ursachen für diese Entwicklung macht der Börsenverein des Buchhandels die rückläufige Lesekompetenz aus. Das passt zum Wert, der Bildung in Deutschland zugemessen wird: In der weltweiten Liste von Ländern nach Bildungsausgaben (Quelle: Wikipedia) liegt Deutschland beim Anteil von Bildung am Bruttosozialprodukt mit 4,5% irgendwo im Mittelfeld, und auch in der Liste nach Pro-Kopf-Ausgaben liegt das "Land der Dichter und Denker" nicht unter den ersten Zehn. Für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt (Liste der Weltbank) ist das eigentlich ein Armutszeugnis. Im Weserbergland ist der negative Trend längst im Stadtbild erkennbar: In den vergangenen Jahren haben eine Vielzahl inhabergeführter Buchhandlungen geschlossen. In kleinen Städten wie Uslar, Stadtoldendorf oder Bodenwerder gibt es keinen Buchhandel mehr. In den etwas größeren Städten dominiert der Filialist Thalia – von einer vielfältigen Buchhandelslandschaft kann man nicht mehr sprechen. An guten Büchern fehlt es nicht in Deutschland, offentlich aber immer mehr an Menschen, die diese Bücher lesen und verstehen können.
- Mit Büchern das Weserbergland entdecken
Regionale Literatur aus dem Verlag Jörg Mitzkat macht Lust auf Ausflüge mit Tiefgang Das Weserbergland gehört zu den beliebtesten Ausflugsregionen Norddeutschlands. Historische Städte, Schlösser, Klöster, sanfte Mittelgebirgslandschaften und die Weser selbst ziehen Besucher aus aller Welt an. Doch oft erschließt sich der besondere Reiz eines Ortes erst dann, wenn man seine Geschichte kennt. Genau hier setzen die regionalen Bücher des Verlags Jörg Mitzkat aus Holzminden an: Sie vermitteln Hintergrundwissen, erzählen spannende Geschichten und laden dazu ein, bekannte wie weniger bekannte Ziele im Weserbergland neu zu entdecken. Ob ein Spaziergang durch eine historische Altstadt, eine Wanderung im Solling oder auf dem Höhenrücken des Iths, vielleicht auch ein Besuch eines ehemaligen Klosters – wer sich vorab mit der Geschichte eines Ortes beschäftigt, erlebt ihn intensiver. Gebäude werden zu Zeugen vergangener Jahrhunderte, Landschaften erzählen von ihrer Entstehung und Persönlichkeiten der Regionalgeschichte werden wieder lebendig. Die Bücher des Holzmindener Verlags bieten dafür eine Fülle an Anregungen. Das Verlagsprogramm umfasst zahlreiche Titel, die sich hervorragend als Begleiter für Ausflüge eignen. Einen umfassenden Einstieg bieten Das Weserbergland sowie der reich bebilderte Band Weserbergland – Bilderreise durch eine Kultur- und Naturlandschaft. Beide vermitteln einen Überblick über die landschaftliche Vielfalt und die kulturellen Besonderheiten der Region und machen Lust darauf, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen. Wer konkrete Ziele sucht, findet in Das Weserbergland erleben zahlreiche Anregungen für Touren und Besichtigungen. Einen ganz anderen Blick auf die Region eröffnet Unglaubliches aus dem Weserbergland. Das Buch versammelt neu zusammengestellte Sagen und Märchen, die zeigen, dass sich hinter vielen bekannten Orten weit mehr verbirgt, als man auf den ersten Blick vermutet. Auch einzelne Städte und Regionen lassen sich mit den Veröffentlichungen des Verlags neu entdecken. Corvey und Höxter – Weltkulturerbe und Fachwerkstadt verbindet die Geschichte des UNESCO-Welterbes mit der Entwicklung der historischen Stadt Höxter. Hameln – damals und heute lädt dazu ein, die bekannte Rattenfängerstadt mit historischen Bildern und Erläuterungen aus einer neuen Perspektive kennenzulernen. Wer Bad Pyrmont besucht, erhält mit Pyrmonter Wendepunkte spannende Einblicke in die bewegte Vergangenheit des traditionsreichen Kurortes. Ebenso lohnenswert sind Ausflüge in die nähere Umgebung von Holzminden. Das Buch Stadt Holzminden und Umgebung führt zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten und erzählt von der Geschichte der Kreisstadt und ihrer Nachbarschaft. Das Buch 150 Jahre Düfte & Aromen vertieft diesen Zugang, indem es von der spannenden Geschichte der Duft und Aromastoffe erzählt, die noch heute in Holzminden hergestellt und weltweit vertrieben werden. Mit Gärten im Weserbergland werden dagegen historische Parkanlagen und Gartenkunst zum Ziel abwechslungsreicher Touren, die Natur und Kultur auf besondere Weise miteinander verbinden. Dass viele Veröffentlichungen des Verlags weit über klassische Reiseführer hinausgehen, zeigt sich auch an älteren Titeln, die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Mittelalter im Weserraum vermittelt anschaulich die historischen Entwicklungen einer ganzen Epoche und macht viele Burgen, Kirchen und Klöster der Region in ihrem geschichtlichen Zusammenhang verständlich. Kartoffelfeuer und Weserlachs erzählt von Traditionen, regionalen Spezialitäten und dem Leben früherer Generationen und lässt so manche Landschaft mit anderen Augen erscheinen. Gerade diese Verbindung von Geschichte, Kultur und Landschaft macht die Bücher zu idealen Begleitern für Tagesausflüge oder Wochenendreisen. Sie führen nicht nur zu bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern lenken den Blick auch auf Orte, an denen man sonst vielleicht vorbeigefahren wäre – kleine Dörfer, historische Bauwerke, Aussichtspunkte oder Zeugnisse der regionalen Wirtschafts- und Kulturgeschichte. So entstehen immer wieder neue Ideen für Entdeckungstouren direkt vor der eigenen Haustür. Bücher wie „So lebten sie alle Tage“ oder „Die Arbeit nahm kein Ende“ bieten noch einen ganz anderen Zugang, denn die Geschichten über das Alltagsleben der einfachen Leute oder die Arbeit von Frauen im Solling und im Wesertal rücken unscheinbare Orte in den Fokus: Eine alte Viehhütte, wo ein Korbmacherkind geboren wurde, karge Äcker in den Hanglagen des Weserberglandes, wo die Steine noch von Hand gelesen wurden oder Wiesen in Bachnähe, auf denen einst die Wäsche gebleicht wurde. Die Bücher richten sich gleichermaßen an Einheimische und Gäste der Region. Wer im Weserbergland lebt, entdeckt oft vertraute Orte neu. Besucher erhalten Hintergrundinformationen, die weit über die üblichen touristischen Beschreibungen hinausgehen. Aus einem Ausflug wird so eine kleine Zeitreise, bei der Landschaft und Geschichte miteinander verschmelzen. Besonders in den Sommer- und Herbstmonaten, wenn das Weserbergland zu Wanderungen, Radtouren und Stadtbesichtigungen einlädt, bieten die regionalen Veröffentlichungen des Verlags eine ideale Ergänzung. Sie helfen dabei, individuelle Ausflugsziele zu finden, liefern spannende Informationen für unterwegs und wecken die Neugier auf bislang unbekannte Ecken der Region. Die regionalen Bücher des Verlags Jörg Mitzkat sind direkt beim Verlag in Holzminden sowie im Buchhandel erhältlich. Damit sind sie nicht nur eine Bereicherung für die eigene Bibliothek, sondern auch ein passendes Geschenk für alle, die das Weserbergland lieben oder neu kennenlernen möchten. Denn oft beginnt die schönste Entdeckungsreise mit einem guten Buch – und führt anschließend hinaus in die Landschaft, dorthin, wo Geschichte lebendig wird. Blick aus der Schaumburg auf das Wesergebirge.
- Sensoria wurde international ausgezeichnet
Beim European Museum Of The Year Award 2026 (EMYA 2026) wurde Sensoria, das Haus der Düfte und Aromen in Holzminden mit einer Besonderen Erwähnung (Special Commendation) ausgezeichnet. Mit den Special Commendations würdigt die Jury Museen, die innovative Ansätze entwickelt haben, die anderen europäischen Museen als Inspiration dienen können. Diese hochrangige internationale Auszeichnung verdeutlicht, dass die Stadt Holzminden mit Sensoria einen herausragenden Ort für die Vermittlung der allumfassenden Bedeutung von Düften und Aromen geschaffen hat. Die interaktive Ausstellung in Sensoria wurde von dem Düsseldorfer Büro nowakteufelknyrim gestaltet, dessen Mitgründer Stefan Nowak stammt aus Holzminden. Den EMYA-Hauptpreis hat "Den Gamle By. National Open-Air Museum of Urban History and Culture" im dänischen Aarhus bekommen. Daneben wurden einige Spezialpreise beispielsweise für die herausragende Vermittlung von Menschenrechten und demokratischer Teilhabe, Inklusion oder Umweltschutz vergeben. Mit der Besonderen Erwähnung wurden insgesamt sechs Museen ausgezeichnet. Neben Sensoria ist darunter mit dem Obersalzberg Dokumentations-Center in Berchtesgarden noch ein weiteres deutsches Museum. Der Verlag Jörg Mitzkat hat die Entwicklung von Sensoria von Beginn an unterstützt. Mit dem Buch "150 Jahre Düfte & Aromen – Industriegeschichte in Holzminden", von dem auch eine englische Version erhältlich ist, hat der Verlag das Buch zur Geschichte hinter Sensoria vorgelegt. Die beiden ebenfalls im Verlag erhältlichen Bücher "Wilhelm Haarmann auf den Spuren der Vanille" und dem Roman "Der Herr der Düfte (beide von Björn Bernhard Kuhse) gibt es noch zwei weitere Titel zum Thema im Verlagsprogramm.
- Regionale Bücher beim Niedersachsentag 2026
"Kulturelles Erbe ist der Kit der Demokratie" und die Basis für Identität – mit diesen Kernaussagen unterstrich Präsidentin Marlies Linnemann die Bedeutung der "Roten Mappe", die der Niedersächsische Heimatbund alljährlich zum Niedersachsentag der Landesregierung übergibt, um auf Projekte aufmerksam zu machen, bei denen eben dieses kulturelle Erbe gefährdet wird. Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Falko Mohrs betonte, dass der Landesregierung die Bedeutung des kulturellen Erbes sehr bewusst sei, manchmal müsse aber abgewogen werden; als Beispiel nannte er den Denkmalschutz, bei dem teilweise die Nutzungsaspekte im Vordergrund stehen müssten. Unter dem Titel "Kulturlandschaft als Chance" hatte der Niedersächsische Heimatbund den Niedersachsentag 2026 in Holzminden ausgerichtet. Das Thema Kulturlandschaft lenkte mit verschiedenen Seminaren und Exkursionen den Fokus auf die großen Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung, die den Landkreis Holzminden prägen und deren Erhalt für die regionale Identität und das Geschichtsbewusstsein von großer Bedeutung ist. Für den Verlag Jörg Mitzkat war der Niedersachsentag eine gute Gelegenheit, sein umfangreiches Buchprogramm zu diesem Thema einem fachlich interessiertem Publikum zu präsentieren. Außerdem wuerde die begleitende Ausstellung über die Kulturlandschaften im Kreisgebiet in der Landessparkasse vom Verlag gestaltet. Ausstellung zu den Kulturlandschaften landesweiter Bedeutung im Landkreis Holzminden Niedersachsentag 2026 in der HAWK Holzminden
- Klaus Kieckbusch gestorben
Der ehemalige Holzmindener Lehrer und engagierte Heimatforscher Klaus Kieckbusch ist am 29. März 2026 im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Bücher und Aufsätze von Klaus Kieckbusch zählen zu den regionalhistorisch wichtigsten Veröffentlichungen für Stadt und Landkreis Holzminden. Für seine Forschungsarbeit wurde Kieckbusch mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Niedersächsischen Verdienstorden ausgezeichnet. Klaus Kieckbusch zählte zu den Gründungsmitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins für Landkreis und Stadt Holzminden. Er hat die Aufgabe, die sich der Verein mit der Gründung der Arbeitsgruppe "Drittes Reich (Zeitgeschichte)" selbst gestellt hat, sehr ernst genommen: Die Geschichte der NS-Zeit in der Region detailliert aufzuarbeiten. Dabei ließ sich Kieckbusch von der Maßgabe leiten, dass Erkenntnisse über lokale Ereignisse dabei helfen können, die größeren, allgemeineren Entwicklungen besser zu durchdringen. Mit "Von Juden und Christen in Holzminden" erschien 1998 sein erstes umfangreiches Buch: Auf 624 Seiten dokumentiert Kieckbusch die Geschichte der Juden in Holzminden und ihr Schicksal in der NS-Zeit. Bei den Recherchen zu diesem Buch wurde er auch auf zahlreiche Schicksale von anderen Menschen aufmerksam, die von den Nationalsozialisten aus unterschiedlichen Gründen verfolgt und zum Teil ermordet wurden. Schicksale, die andernorts oftmals nicht im Fokus standen und wegen der schwierigen Quellenlage nur mit großen Aufwand zu recherchieren waren. Klaus Kieckbusch haben die Schwierigkeiten nicht abgehalten. Es brauchte aber mehr als 20 Jahre bis im Jahre 2020 das Buch "Außerhalb der Volksgemeinschaft – Formen der Verfolgung während des Nationalsozialismus im Kreis Holzminden" erschien. Darin widmet sich Kieckbusch in 13 Kapiteln den Schicksalen ganz unterschiedlicher Menschen: NSDAP-Gegner, Bibelforscher oder Zeugen Jehovas, Homosexueller, Wehrdienstverweigerer, Hörer verbotener Radiosender sowie der Holzmindener Sinti. Dabei kommt der Autor zu dem erschreckenden Ergebnis, dass die Zahl der Opfer dieser Bevölkerungsgruppen die der jüdischen Opfer noch übersteigt. Und eine weitere beunruhigende Erkenntnis vermittelt Klaus Kieckbusch in diesem Buch: Er weist nach, dass es für viele dieser Menschen keine Stunde Null gegeben hat, sondern viele Kontinuitäten der Ungleichbehandlung über den April/Mai 1945 hinaus bestanden haben. Ein weiteres Anliegen war es für den ehemaligen Lehrer, die Schulgeschichte des heutigen Campe-Gymnasiums aufzuarbeiten, dabei wies er nach, dass dieses Gymnasium seinen Ursprung in der Schule des Klosters Amelungsborn hat, also auf eine mehr als 450-jährige Kontinuität zurückblicken kann. Davon erzählt sein Buch: "Von der Lateinschule im Kloster Amelungsborn seit 1569 und ihrem Weiterleben in Holzminden seit 1760". Auch für die Jahrbücher des Heimat- und Geschichtsvereins hat Klaus Kieckbusch zahlreiche Aufsätze verfasst. Herausragend ist dabei sicherlich sein fast 100 Seiten umfassender Beitrag "Jüdisches Leben in Boffzen von 1620 bis 1945" im Jahrbuch 2006. Oder sein Aufsatz über den in Holzminden geborenen Schriftsteller Gerson Stern im Jahrbuch 2000. All die oben genannten Bücher und auch alle Jahrbücher, in denen Kieckbusch publiziert hat, sind noch erhältlich. Vergriffen ist hingegen Kieckbuschs Buch "Von Ackerleuten, Hexen und Söldnern / Bürgerleben in Holzminden vor und nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges / Mit einer Liste der Einwohner zwischen 1598 und 1637". Bei entsprechender Nachfrage wäre es allerdings auch möglich, dieses Buch in kleiner Auflage neu aufzulegen. Mit den in all diesen Büchern dokumentierten regionalgeschichtlichen Forschungsergebnissen hat Klaus Kieckbusch eine maßgebliche und bleibende Arbeit zur Geschichte von Stadt und Landkreis Holzminden geleistet.
- Schaufenster mit regionalen Büchern in Holzminden
Mit einer tollen Schaufenstergestaltung macht das Kaufhaus Schwager in Holzminden auf unseren regionalen Büchertisch in der Buch- und Schreibwarenabteilung aufmerksam. Die Besucher des Kaufhauses sind eingeladen, in der umfangreichen Auswahl zu stöbern und sich inspirieren zu lassen, allen, die sich für diese Region mit ihrer interessanten Geschichte, Natur und Kultur interessieren, ein Buch in das Osternest zu legen.
- "Die Buchbranche ist eine verlässliche Quelle von Vielfalt und fundierten Informationen"
Bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse 2026 wurde deutlich, dass die gesellschaftliche Relevanz der Buchbranche in Zukunft noch weiter zunehmen wird. Das Zitet der Überschrift stammt aus der Eröffnungsansprache von Peter Kraus vom Cleff, dem Geschäftsführer des Börsenvereine des Deutschen Buchhandels. Angesichts der Herausforderungen von Social Media und generativer KI bieten Bücher eine hohe Verlässlichkeit und bieten ein dringend benötigtes Medium für tiefgreifende gesellschaftliche Diskussionen. Angesichts dieser Herausforderungen sagte vom Cleff, "d amit die sehr engagierte, aber margenarme Branche dieser Rolle weiterhin gerecht werden kann, benötigen Verlage, Buchhandlungen und Buchlogistik bestmögliche Rahmenbedingungen, etwa durch Regulierung von generativer KI und Förderung von Medien- und Lesekompetenz. Der Staat muss seiner Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft nachkommen und darf nicht nur auf externe Impulse und Schocks reagieren." Auch wir präsentieren unser Buchprogramm auf der Leipziger Buchmesse und stehen für Gespräche und Diskussionen gerne bereit: Halle 2, Stand E 104.
- 27. Januar 2026 – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Nie wieder ist jetzt!
Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus in der Region zeigen, wie schnell der Faschismus vor Ort Realität wurde Im Zusammenhang mit dem Vorgehen der amerikanischen Polizei- und Zollbehörde ICE bemühen viele Kritiker den Vergleich mit der Gestapo, der Geheimen Staatspolizei in der Zeit des Nationalsozialismus. Auch wenn dieser Vergleich übertrieben sein mag, so wird aktuell doch deutlich, dass selbst in scheinbar stabilen Demokratien rechtstaatliche Prinzipien schnell außer Kraft gesetzt werden können. Die Deutschen sollten das aus historischer Erfahrung wissen, doch die Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus bleibt oft reflexhaft und abstrakt. Erhellender und emotional greifbarer ist eher der Blick auf das historische Geschehen vor Ort: Regionalforscher wie Bernhard Gelderblom, Klaus Kieckbusch oder Ernst Würzburger haben durch die intensive Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in der Region des Weserberglandes beispielhafte Bücher vorgelegt, die die Schicksale zahlreicher Menschen aus den Dörfern und Städten des Weserberglandes ganz konkret dokumentieren. Im Vordergrund stehen Menschen jüdischer Herkunft, die von den Nazis misshandelt und getötet wurden, es werden aber auch die nicht weniger schrecklichen Schicksale anderer Randgruppen, wie Sinti und Roma, oder von politischen Gegnern dokumentiert. Nicht zuletzt haben die Nationalsozialisten zehntausende von Zwangsarbeitern in das Weserbergland verschleppt, um ihre Arbeitskraft in der Landwirtschaft und in Industriebetrieben zur Aufrechterhaltung der Kriegswirtschaft auszubeuten. Die Publikationshistorie des Verlags Jörg Mitzkat ist eng verbunden mit der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus im Weserbergland. Schon 1996 erschien das Buch „Zwangsarbeit im Oberwesergebiet Band 3“. Verleger Jörg Mitzkat hatte bei den Vorgängerpublikationen bei Recherche und Fotografie bereits ehrenamtlich mitgewirkt. Ein weiteres großes Publikationsprojekt war die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in der Region. In Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein für Landkreis und Stadt Holzminden entstanden so verschiedene Publikationen, die die Geschichte der Juden in dem eng begrenzten Raum des Landkreises Holzminden fast lückenlos abbilden. Weitere Publikationen zum gleichen Thema folgten für angrenzende Gebiete in den Landkreisen Hameln, Northeim und Höxter. Eine wichtige Lücke in der Geschichtsschreibung hat Klaus Kieckbusch mit seinem Buch „Außerhalb der Volksgemeinschaft“ geschlossen. Die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma sowie anderen Bevölkerungsgruppen ist – im Gegensatz zur Erforschung der jüdischen Geschichte – auf regionaler Ebene bisher kaum dokumentiert worden. Die Forschungsergebnisse von Klaus Kieckbusch sind erschreckend und lassen Kontinuitäten der Ausgrenzung über das Kriegsende hinaus erkennen. Mit dem Buch „Nationalsozialismus im Weserbergland“ haben die Autoren Christoph Reichardt und Wolfgang Schäfer ein Buch vorgelegt, das sich mit dem Aufstieg der Nationalsozialisten und ihrem geschickten Vorgehen beim Ausbau und der Sicherung ihrer Herrschaft beschäftigt. In ihrer aktuellen Publikation „Lebenswege unterm Hakenkreuz“ beleuchten die beiden Autoren die Schicksale von unterschiedlichen Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus – es werden die Karrieren von Naziführern geschildert, die aber auch mit einem tiefen Fall enden konnten, parallel werden Oppositionelle vorgestellt, die immer wieder drangsaliert wurden, oder Mitläufer, die erst spät erkannten, welche Verbrechen sie zwischen 1933 und 1945 unterstützt hatten. Neben diesen gründlich recherchierten Geschichtsbüchern hat der Verlag auch eine Reihe von Büchern mit authentischen Zeugnissen von Opfern des nationalsozialistischen Machtapparates publiziert. In den Erinnerungen von Olga Barbesolle „Les Sans-Amour“, den Tagebuchaufzeichnungen von Vladimir Varinsky und den Aufzeichnungen von Dr. Amand Roux „Im Zeichen des Zebras“ aus dem Zwangsarbeiterlager bei Holzen im Hils kommen die Opfer von Krieg und Verschleppung selbst zu Wort. Ein weiteres bemerkenswertes Dokument ist das Buch „Am schlimmsten waren das Heimweh und der Hunger“, mit dem der Hamelner Autor Bernhard Gelderblom seinen Briefverkehr mit ehemaligen Zwangsarbeitern aus Hameln dokumentiert – neben der reinen Dokumentation der nationalsozialistischen Verbrechen ist es besonders wichtig, dieses Geschehen aus Sicht der Opfer darzustellen. Die Schilderungen der seinerzeit sehr jungen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sind auch für die Vermittlung des regionalen Geschehens zwischen 1933 und 1945 in den Schulen vor Ort ausgesprochen wichtig. Zu diesem Thema ist aktuell die vom Verlag Jörg Mitzkat aufwändig gestaltete Ausstellung „NS-Zwangsarbeit in Hameln-Pyrmont“ in der Aerzener Domänenburg zu sehen (bis 8. Februar 2026). Dem Verlag ist es wichtig, alle Bücher zu diesem wichtigen Thema langfristig lieferbar zu halten, deshalb werden auch einst vergriffene Publikationen durch den Nachdruck mit moderner Digitaltechnik lieferbar gehalten. Denn diese Bücher sind doch die einzigen öffentlich zugänglichen Zeugnissen des historischen Geschehens in dieser Region. Aufgrund der absoluten Unberechenbarkeit und der urheberrechtlichen Ignoranz der bekannten KI-Systeme verzichtet der Verlag auf rein digitale Veröffentlichungen. Wer wissen möchte, was zwischen 1933 und 1945 im Weserbergland geschah, muss schon Bücher lesen. Eine Auswahl der im Verlag Jörg Mitzkat erschienenen Bücher zum Thema Nationalsozialismus im Weserbergland
- Die Arbeit nahm kein Ende – Frauenleben im Solling
Landfrauen im Fokus: Unbezahlte Care-Arbeit ist in den vergangenen Jahren stärker in Fokus geraten. Vor allem Frauen leisten diese Arbeit und die gesellschaftliche Anerkennung dieser Leistungen ist längst noch nicht erfolgt. Was Frauen in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges und in den ersten Nachkriegsjahrzehnten an weitgehend unbezahlter Arbeit leisteten, erreichte allerdings eine ganz andere Dimension, die beim historischen Blick auf diese Zeit auch heute noch kaum beachtet wird. Das Buch „Die Arbeit nahm kein Ende“ behandelt die Lebenserfahrungen von drei Frauengenerationen im 20. Jahrhundert. Es basiert auf Interviews und Expertengesprächen, die Friederike Kaiser in Uslar und den umgebenden Dörfern durchgeführt hat. Das Buch erschien vor 15 Jahren zu einer Ausstellung im Museum Uslar in einer kleinen und schnell vergriffenen Auflage. Da die Arbeit und das Leben von Landfrauen in der Forschung kaum beachtet wurde, stellt dieses Buch ein einzigartiges Zeugnis dar, dessen Wiederveröffentlichung überfällig war. Der Verlag Jörg Mitzkat hat das Werk in einem lesefreundlichen Format mit zahlreichen historischen Bildern nun neu veröffentlicht. Dr. Friederike Kaiser schreibt in ihrem aktualisierten Vorwort: „Was die befragten Frauen über die Lebensumstände in der Zeit unserer Mütter, Großmütter und Urgroßmütter berichtet haben, ist in seiner Härte und Ungerechtigkeit weit entfernt von jeder Romantisierung des Landlebens. Es nötigt uns aber Respekt und auch Bewunderung ab für ihre Kraft, ihr Durchhaltevermögen und die Gabe, aus allem das Beste zu machen und sich an kleinen Dingen zu erfreuen. In unserer modernen Zeit geht uns das oft ab und wir fühlen uns unzufrieden trotz der Fülle, die uns umgibt. Eine Rückbesinnung auf unsere natürlichen Lebensgrundlagen, auf das, was wirklich zählt jenseits von ausuferndem Konsum, ist vielleicht etwas, das wir von den alten Landfrauen mitnehmen können.“ In diesem reich bebilderten Lesebuch kommen Frauen unterschiedlicher Lebensalter und Milieus zu Wort und erzählen von Kinderspiel und Kinderarbeit, von langen Arbeitstagen als Dienstmädchen und Kleinbäuerin, vom Heu wenden, Kartoffelroden und Wäsche waschen, vom Schlachten und Einkochen, dem Zuverdienst in der Fabrik ebenso wie vom Vergnügen beim Kirmestanz. Die Frauen berichten von großen Umwälzungen im Dorfleben und Auseinandersetzungen um ein selbstbestimmtes Leben. Das Buch umfasst 204 Seiten und ist zum Preis von 24,80 € hier im Shop erhältlich. Steineleserinnen auf einem Feld bei Kammerborn im Solling, 1940er Jahre
- Neues Buch ist auch Werbung für die Demokratie
Das Buch „So lebten sie alle Tage – Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland“ enthält, so Uslars Bürgermeister Torsten Bauer in seiner Einführung zur offiziellen Buchvorstellung im Museum Uslar, "in gewisser Weise die Zusammenfassung der Themen und Forschungen, die Herr Dr. Schäfer während seines Berufslebens als Museumsleiter und Stadtarchivar bei uns in Uslar zusammengetragen hat. Seit 1994 füllte er diese beiden Funktionen aus und hat in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Eintritt in das Rentenalter insbesondere das Museum zu einem Zentrum der Regionalforschung entwickelt." Weiter sagte Bauer: "Das vorliegende Buch erzählt Geschichten aus der Geschichte unserer Region und spannt dabei immer wieder den Bogen von den Vorgängen im Kleinen zur großen Politik. In der Schule lernen wir die großen Entwicklungen der Geschichte kennen und hier sehen wir, wie sie sich ganz konkret im Leben der Zeitgenossen vor Ort auswirkten. Dabei spielt auch das Verhältnis von Stadt und Land immer wieder eine Rolle und ich erkenne in diesem Buch nicht zuletzt eine Werbung für die Demokratie." Der aktuelle Museumsleiter Dr. Daniel Althaus stellte das Werk seines Vorgängers sehr ausführlich vor und gab einen Überblick über die unterschiedlichen undfacettenreichen Kapitel. Zunächst aber stellte er fest, was ihm beim ersten Durchblättern des Buches aufgefallen ist: "Die vielen historischen Bilder. Sie zeigen unsere Region wie sie einmal war und geben den Menschen von einst ein Gesicht. Allein schon wegen dieser Sammlung von historischen Aufnahmen ist dieses Buch wertvoll. Es konserviert das Abbild vergangener Zeiten, das meines Erachtens heute immer mehr in Gefahr gerät. Die technischen Möglichkeiten, mit denen wir heute auch in historische Fotografien eingreifen können, schreiten immer weiter voran, sind aber auch kritisch zu hinterfragen. Sicher ist es faszinierend, wenn man den Urgroßvater plötzlich in Farbe und in Bewegung sehen kann, man verfälscht damit aber auch immer eine historische Quelle. Deshalb bin ich mit Herrn Bauer einer Meinung, dass Bücher zur Heimatgeschichte immer noch ein ganz wichtiger Baustein bei der Entwicklung einer regionalen Identität sind." Bevor Dr. Wolfgang Schäfer einige kurze Kapitel des Buches vortrug, stelle Althaus zusammenfassend fest: "Ich denke, dass mit dem vorliegenden Buch ein gut zu lesendes und auch durchaus unterhaltsames Werk entstanden ist, in dem man gern selbst schmökert oder es an andere verschenkt. Es ist aber auch ein Dokument der Zeitgeschichte, das einen wissenschaftlichen Wert besitzt und Wissen für die Zukunft konserviert. Ich hoffe zudem, dass dieses Buch auch außerhalb des Sollings und des Weserberglands gelesen wird und damit unsere Heimat bekannter macht. Wir merken im Museum immer wieder, dass unsere Geschichte nicht nur die Einheimischen interessiert, sondern auch bei Gästen aus anderen Gegenden auf Interesse stößt. Nicht zuletzt haben unsere Publikationen in den letzten Jahren weitere Forschungsprojekte von Hobbyhistorikern und Studenten angestoßen, die ebenfalls zur Verbreiterung und Vertiefung unseres Wissens über die Regionalgeschichte beigetragen haben. Das Buch will Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland erzählen und berührt viele Aspekte des Alltagslebens vergangener Zeiten. Von den Grundbedürfnissen der Menschen, wie Essen und Wohnen bis zu den verschlungenen Pfaden der Politik, wird das Leben unserer Vorfahren zu verschiedenen Epochen greifbar und mit etwas Phantasie auch vorstellbar."
- Pflichtlektüre Niedersachsen
Mit "Pflichtlektüre Niedersachsen" wurde ein neuer niedersächsischer Buchpreis ins Leben gerufen, dessen Fokus auf der regionalen Verortung in Niedersachsen liegt. Das freut einen Verlag im niedersächsischen Holzminden ganz besonders, auch wenn dessen Titel in diesem Jahr nicht auf die Short- oder Longlist kamen. Regionale Bücher führen in den Medien und im Buchhandel oft ein Schattendasein. Die Preisverleihung in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover machte nun aber deutlich, dass es sehr anspruchsvolle und vielschichtige regionale Bücher gibt, die oftmals beispielhaft für historische, soziale und politische Entwicklungen stehen und somit auch eine überregionale Aufmerksamkeit verdienen. Ganz besonders erfreulich ist die Tatsache, dass das Gewinner-Buch von "Pflichtlektüre Niedersachsen" aus einem kleinen unabhängigen Verlag stammt: Silberquelle, Party im Pavillon seit 1949 von Claudia Gorille wurde im Andreas Reiffer Verlag Braunschweig veröffentlicht. Das schön gestaltete Buch mit zahlreichen historischen Fotos dokumentiert die Entwicklung des 1949 gegründeten Kiosks Silberquelle zu einem der bekanntesten Clubs in Braunschweig. Der Autorin gelingt es, Familien-, Orts- und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen. Gerade durch die Konzentration auf einen regionalen Ort ist dies besonders anschaulich möglich. Auch die anderen Titel der Shortlist sind Werbung für regionale Literatur, mehr Infos dazu gibt es auf der Website der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek: https://www.gwlb.de/buchpreis/2025
- Märchen und Sagen weiterschreiben?
Der NDR hat die Veröffentlichung unseres neuen Rattenfänger-Buches zum Anlass genommen, um über die Veränderung von literarischen Stoffen, speziell Märchen und Sagen – zu diskutieren. Während NDR 1 bereits am 25.11. das Thema im Radion behandelt hat, läuft der Fernsehbericht in "Hallo Niedersachsen" am Mittwoch, 26. November. Die Dreharbeiten fanden in der Hamelner Buchhandlung von Blum statt. Denn Buchhändlerin Michaela Jeretzky hatte den Wunsch an den Verlag herangetragen, ein neues modernes Kinderbuch zum Thema Rattenfänger auf den Markt zu bringen. Unser Autor Gerd Wolf aus Göttingen und die italienische Illustratorin Marta Torretta erzählen in dem Buch "Flautino. Die Flöte des Rattenfängers von Hameln" die Rattenfänger Sage in Bild und Text nach. Allerdings wird die Geschichte nun aus der Perspektive der Flöte geschildert und die Erzählung erfährt eine überraschende Wende, indem Hamelns Kinder ihre Entführung inszenieren, um die gerechte Entlohnung des Rattenfängers zu erwirken. Ein schöner Kniff, der eine positive Lösung der Überlieferung bietet. Verleger Jörg Mitzkat und Autor Gerd Wolf äußerten einhellig die Meinung, dass gerade diese mündlich überlieferten Stoffe weitererzählt, ausgeschmückt und verändert werden dürfen und vielleicht auch sollten. Denn der Zeitgeist fließe immer in die Vermittlung ein. Viele der bekannten Märchen und Sagen würden auf dem erzieherischen Mittel des Angsteinflößens beruhen. Mit unserem Buch „Unglaubliches aus dem Weserbergland“ haben wir bereits einen Titel im Programm, der veränderte Märchen und Sagen aus dem Weserbergland enthält – der Autor Florian Körber hat überlieferte Märchen und Sagen zusammengefasst und neu für Kinder erzählt – unserer Meinung nach entspricht die Neuerzählung eigentlich dem Wesen von Märchen und Sagen, denn diese Stoffe sind jahrhundertelang mündlich überliefert worden und haben sich von Nacherzählung zu Nacherzählung im Sinne der jeweiligen Zeit verändert.












