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Blogbeiträge (23)
- Neues Buch ist auch Werbung für die Demokratie
Das Buch „So lebten sie alle Tage – Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland“ enthält, so Uslars Bürgermeister Torsten Bauer in seiner Einführung zur offiziellen Buchvorstellung im Museum Uslar, "in gewisser Weise die Zusammenfassung der Themen und Forschungen, die Herr Dr. Schäfer während seines Berufslebens als Museumsleiter und Stadtarchivar bei uns in Uslar zusammengetragen hat. Seit 1994 füllte er diese beiden Funktionen aus und hat in den folgenden Jahrzehnten bis zu seinem Eintritt in das Rentenalter insbesondere das Museum zu einem Zentrum der Regionalforschung entwickelt." Weiter sagte Bauer: "Das vorliegende Buch erzählt Geschichten aus der Geschichte unserer Region und spannt dabei immer wieder den Bogen von den Vorgängen im Kleinen zur großen Politik. In der Schule lernen wir die großen Entwicklungen der Geschichte kennen und hier sehen wir, wie sie sich ganz konkret im Leben der Zeitgenossen vor Ort auswirkten. Dabei spielt auch das Verhältnis von Stadt und Land immer wieder eine Rolle und ich erkenne in diesem Buch nicht zuletzt eine Werbung für die Demokratie." Der aktuelle Museumsleiter Dr. Daniel Althaus stellte das Werk seines Vorgängers sehr ausführlich vor und gab einen Überblick über die unterschiedlichen undfacettenreichen Kapitel. Zunächst aber stellte er fest, was ihm beim ersten Durchblättern des Buches aufgefallen ist: "Die vielen historischen Bilder. Sie zeigen unsere Region wie sie einmal war und geben den Menschen von einst ein Gesicht. Allein schon wegen dieser Sammlung von historischen Aufnahmen ist dieses Buch wertvoll. Es konserviert das Abbild vergangener Zeiten, das meines Erachtens heute immer mehr in Gefahr gerät. Die technischen Möglichkeiten, mit denen wir heute auch in historische Fotografien eingreifen können, schreiten immer weiter voran, sind aber auch kritisch zu hinterfragen. Sicher ist es faszinierend, wenn man den Urgroßvater plötzlich in Farbe und in Bewegung sehen kann, man verfälscht damit aber auch immer eine historische Quelle. Deshalb bin ich mit Herrn Bauer einer Meinung, dass Bücher zur Heimatgeschichte immer noch ein ganz wichtiger Baustein bei der Entwicklung einer regionalen Identität sind." Bevor Dr. Wolfgang Schäfer einige kurze Kapitel des Buches vortrug, stelle Althaus zusammenfassend fest: "Ich denke, dass mit dem vorliegenden Buch ein gut zu lesendes und auch durchaus unterhaltsames Werk entstanden ist, in dem man gern selbst schmökert oder es an andere verschenkt. Es ist aber auch ein Dokument der Zeitgeschichte, das einen wissenschaftlichen Wert besitzt und Wissen für die Zukunft konserviert. Ich hoffe zudem, dass dieses Buch auch außerhalb des Sollings und des Weserberglands gelesen wird und damit unsere Heimat bekannter macht. Wir merken im Museum immer wieder, dass unsere Geschichte nicht nur die Einheimischen interessiert, sondern auch bei Gästen aus anderen Gegenden auf Interesse stößt. Nicht zuletzt haben unsere Publikationen in den letzten Jahren weitere Forschungsprojekte von Hobbyhistorikern und Studenten angestoßen, die ebenfalls zur Verbreiterung und Vertiefung unseres Wissens über die Regionalgeschichte beigetragen haben. Das Buch will Alltagsgeschichten aus dem Weserbergland erzählen und berührt viele Aspekte des Alltagslebens vergangener Zeiten. Von den Grundbedürfnissen der Menschen, wie Essen und Wohnen bis zu den verschlungenen Pfaden der Politik, wird das Leben unserer Vorfahren zu verschiedenen Epochen greifbar und mit etwas Phantasie auch vorstellbar."
- Pflichtlektüre Niedersachsen
Mit "Pflichtlektüre Niedersachsen" wurde ein neuer niedersächsischer Buchpreis ins Leben gerufen, dessen Fokus auf der regionalen Verortung in Niedersachsen liegt. Das freut einen Verlag im niedersächsischen Holzminden ganz besonders, auch wenn dessen Titel in diesem Jahr nicht auf die Short- oder Longlist kamen. Regionale Bücher führen in den Medien und im Buchhandel oft ein Schattendasein. Die Preisverleihung in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover machte nun aber deutlich, dass es sehr anspruchsvolle und vielschichtige regionale Bücher gibt, die oftmals beispielhaft für historische, soziale und politische Entwicklungen stehen und somit auch eine überregionale Aufmerksamkeit verdienen. Ganz besonders erfreulich ist die Tatsache, dass das Gewinner-Buch von "Pflichtlektüre Niedersachsen" aus einem kleinen unabhängigen Verlag stammt: Silberquelle, Party im Pavillon seit 1949 von Claudia Gorille wurde im Andreas Reiffer Verlag Braunschweig veröffentlicht. Das schön gestaltete Buch mit zahlreichen historischen Fotos dokumentiert die Entwicklung des 1949 gegründeten Kiosks Silberquelle zu einem der bekanntesten Clubs in Braunschweig. Der Autorin gelingt es, Familien-, Orts- und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen. Gerade durch die Konzentration auf einen regionalen Ort ist dies besonders anschaulich möglich. Auch die anderen Titel der Shortlist sind Werbung für regionale Literatur, mehr Infos dazu gibt es auf der Website der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek: https://www.gwlb.de/buchpreis/2025
- Märchen und Sagen weiterschreiben?
Der NDR hat die Veröffentlichung unseres neuen Rattenfänger-Buches zum Anlass genommen, um über die Veränderung von literarischen Stoffen, speziell Märchen und Sagen – zu diskutieren. Während NDR 1 bereits am 25.11. das Thema im Radion behandelt hat, läuft der Fernsehbericht in "Hallo Niedersachsen" am Mittwoch, 26. November. Die Dreharbeiten fanden in der Hamelner Buchhandlung von Blum statt. Denn Buchhändlerin Michaela Jeretzky hatte den Wunsch an den Verlag herangetragen, ein neues modernes Kinderbuch zum Thema Rattenfänger auf den Markt zu bringen. Unser Autor Gerd Wolf aus Göttingen und die italienische Illustratorin Marta Torretta erzählen in dem Buch "Flautino. Die Flöte des Rattenfängers von Hameln" die Rattenfänger Sage in Bild und Text nach. Allerdings wird die Geschichte nun aus der Perspektive der Flöte geschildert und die Erzählung erfährt eine überraschende Wende, indem Hamelns Kinder ihre Entführung inszenieren, um die gerechte Entlohnung des Rattenfängers zu erwirken. Ein schöner Kniff, der eine positive Lösung der Überlieferung bietet. Verleger Jörg Mitzkat und Autor Gerd Wolf äußerten einhellig die Meinung, dass gerade diese mündlich überlieferten Stoffe weitererzählt, ausgeschmückt und verändert werden dürfen und vielleicht auch sollten. Denn der Zeitgeist fließe immer in die Vermittlung ein. Viele der bekannten Märchen und Sagen würden auf dem erzieherischen Mittel des Angsteinflößens beruhen. Mit unserem Buch „Unglaubliches aus dem Weserbergland“ haben wir bereits einen Titel im Programm, der veränderte Märchen und Sagen aus dem Weserbergland enthält – der Autor Florian Körber hat überlieferte Märchen und Sagen zusammengefasst und neu für Kinder erzählt – unserer Meinung nach entspricht die Neuerzählung eigentlich dem Wesen von Märchen und Sagen, denn diese Stoffe sind jahrhundertelang mündlich überliefert worden und haben sich von Nacherzählung zu Nacherzählung im Sinne der jeweiligen Zeit verändert.






