2021

Stolpersteine

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Im Jahre 1993 begann der Künstler in den Straßen seiner Heimatstadt Köln „Steine gegen das Vergessen“ zu verlegen, „Stolpersteine“, wie er sie nannte. Sie sollten an frühere Nachbarn erinnern, die als Juden, Sinti oder Roma, Euthanasieopfer, Homo­sexuelle, politisch oder religiös Verfolgte unter dem NS-Regime verschleppt und ermordet wurden.

Bis Ende 2020 wurden an über 800 Orten in Deutschland und in rund 200 ausländischen Städten 75.000 Steine verlegt. Somit hat sich das Projekt, das immer auch Kontroversen hervorruft, zum weltweit größten dezentralen Mahnmal gegen den Nationalsozialismus entwickelt. 

Im Landkreis Hameln-Pyrmont erinnern zurzeit 115 Stolpersteine an Menschen, die dem Terror der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Davon gelten 113 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern, zwei sind Nichtjuden gewidmet. Nimmt man die Orte Hessisch Oldendorf und Hemeringen dazu, dann erhöht sich die Zahl auf 133.

Das aktuell erschienene Buch von Bernhard Gelderblom informiert über die Orte der Stolpersteine und die Biographien der Betroffenen. RadioAktiv beschreibt die Publikation mit folgenden Worten: „Das ist in Inhalt und Gestaltung ein Buch, das einem die Tränen in die Augen treibt.“

„Stolpersteine“ ist eine wichtige Ergänzung der zahlreichen Publikationen des Verlags Jörg Mitzkat über die Geschichte der Juden und die Verbrechen des Nationalsozialismus in der Region. Das Buch wird in Klassensätzen an den Schulen des Landkreises Hameln-Pyrmont verteilt. Im Buchhandel und hier direkt beim Verlag ist es zum Preis von 10 € erhältlich.

 

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Gesammeltes regionales Wissen

Die Jahrbücher des Heimat- und Geschichtsvereins für Landkreis und Stadt Holzminden sind keine Chroniken, sondern Aufsatzsammlungen zu unterschiedlichen regionalhistorischen Themen. Bereits seit mehr als 20 Jahren werden diese Jahrbücher vom Verlag Jörg Mitzkat publiziert. Über den Verlag sind aber auch fast alle älteren Bände noch erhältlich. 

Wer sich für die Geschichte von Stadt und Landkreis Holzminden interessiert, wird in den inzwischen 38 Bänden des Jahrbuches (darunter finden sich allerdings auch einige Doppelbände) unzählige tiefschürfende Aufsätze zu unterschiedlichen Themenbereichen finden. Beispielhaft für die Themenvielfalt der Jahrbücher steht der aktuell erschienene Doppelband:

Inhaltlich beginnt das Jahrbuch diesmal mit einem Aufsatz von Peter Albrecht über den Blick des braunschweigischen Herzogs Carl I. auf den Weserraum. In diesem Zusammenhang steht auch der Aufsatz von Detlef Creydt über „Das Zusammenwirken der Eisenhütten im Weserdistrikt unter besonderer Berücksichtigung der Stahl- und Eisenfabrik Holzminden“. Archäologische Eisenfunde waren es dann auch, die Detlef Creydt und Jan Schametat auf die Spur einer Schlacht im September 1761 bei Neuhaus brachten, über die beide Autoren in einem ausführlichen Aufsatz berichten. 

Matthias Seeliger geht der Frage nach, ob „Zichorienkaffee – eine Holzmindener Erfindung?“ sei. Mit der Existenz der einfachen Leute beschäftigt sich Jürgen Huck, der „Aus dem Leben ,eines Kleinkötners in Polle“ berichtet. „Wucherer an den Galgen? Die ,Burenschlachten’ im Raum Delligsen“, ein Aufsatz von Wolfgang Schäfer, beschäftigt sich mit den Konflikten zwischen Bauern und Arbeitern in den Anfangsjahren der Weimarer Republik. 

Reinhard Krebs berichtet über einen sehr bekannten Schüler des Holzmindener Gymnasiums: „Wilhelm Raabes Gymnasialgeschichte(n)“. Und Maria Kapp (†) hat zum Abschluss Ihrer Beiträge zu den katholischen Kirchen im Kreis Holzminden „Die Katholische Kirche in Boffzen“ beschrieben. 

Erschütternd ist der ausführliche Beitrag Bernhard Gelderbloms über „Die Tragödie um die Familie der Jüdin Margarete Pieper aus Osterbrak bei Bodenwerder in der NS- und Nachkriegszeit“.

Das informative und mit mehr als 100 Abbildungen illustrierte Buch gibt es für 14,80 € hier im Shop oder im regionalen Buchhandel. 

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